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Mittwoch, 18. Oktober 2017
 
 
Das "Vicelinviertel" - Ein Stadtteil in Neumünster PDF Drucken E-Mail
Artikelinhalt
Das "Vicelinviertel" - Ein Stadtteil in Neumünster
Teil II: Bedingungen der primären Sozialisation
Teil III: Räumlich-materielle Umwelt der Kinder und Jugendlichen
Teil IV: Problematisches Verhalten der Kinder im Viertel
Teil V: Soziales Konfliktpotential im Vicelinviertel
Empfehlungen für Ansatzpunkte von Interventionen im Vicelinviertel
Anhang
 

 

Anhang

 

aus: Prose, Friedemann & Thürer, Claudia (1992): Das Vicelinviertel. Ein Stadtteil in Neumünster. Eine Milieustudie für den Rat für Kriminalitätsverhütung in Schleswig-Holstein, Kiel.

Inhalt

Anhang A: Sammlung von Kritik- und Verbesserungsvorschlägen I
Anhang B: Interviewerleitfaden IX

 

 

Anhang A:

Sammlung von Kritik- und Verbesserungsvorschlägen


1. Spielplätze

  • "Bauen von Spielplätzen für Kinder wäre wichtig. Das bedeutet Entlastung der Eltern" (B2T).
  • "Die Stadt sagt ja, die Kinder sollen zum Haus der Jugend gehen. Das ist aber für die Kleinen doch viel zu weit. Und ohne Auto schaffe ich das nicht, den einen zur Therapie zu fahre, den anderen da hin, einzukaufen usw."(A22).
  • "Da, wo dieser freie Platz ist da bei SK, da wollte einer ein offenes Jugendhaus aufbauen, aber das ist leider gescheitert"(A29).
  • "Für Kinder muß dringend was her. Für die Kleinen gibt es ja zumindest noch Angebote von der Kirche, obwohl das natürlich nicht jedermanns Sache ist. Aber da gibt es z. B. eine Krabbelgruppe und sowas, alles nur für Kleinere. Ich kann aber nicht ein Kind irgendwo abgeben, die anderen zuhause oder sonstwo lassen. Meine Kinder sind nun mal verschieden alt. Für 0-12 Jährige gibt es gar nichts" (A22).
  • "Und für die Kinder müßte unbedingt was gemacht werden, die haben hier überhaupt keinen Platz. Es gibt hier viel zu wenig für Kinder" (A19).
  • "Ja, für die Kinder müßten dringend Spielplätze gebaut werden. Es gibt wohl ein paar kleine, z. B. den bei der Kirche, aber da ist viel zu wenig drauf. Und die andere sind viel zu weit von den Häusern weg, viel zu weit außerhalb. Ich seh das auch bei meiner Schwägerin und meiner Nichte, die drei Jahre alt ist und weiß auch nicht, wo sie spielen soll"(A19).
  • "Die Spielplätze sollten sauberer gehalten werden, es ist immer schmutzig"(B14)
  • "Spielplätze sollten von Hundebesitzern nicht als Hundeklo benutzt werden - es müssen Spielmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden - auf jeden Fall müssen Spielplätze geschaffen werden - mehr gesicherter Spielraum für Kinder -"Spielplätze für Kinder schaffen" (B1)
  • "Spielplätze" (B2T).
  • "Spielstraßen fehlen"(B11).
  • "Hier fehlt aber noch eine richtige Spielstraße für Kinder, ohne Verkehr, wo die Mütter sich auch mal dazusetzen können, nicht nur auf so'ne dreckige Bank"(A14).
  • "Man müßte hier Spielstraßen einrichten und Bäume pflanzen"(A21).
  • "Mehr Spielplätze und Angebote auf den Spielplätzen für kleinere Kinder" (B11).
  • Höfe: "Toll wäre dort: Rasen, Sandkasten und Schaukel" (B8).
  • "Man müßte einen kleinen Platz schaffen für Mädchen, z. B. kleiner Parkplatz Juliusstr./Ecke Vicelinstr.
  • Für die Kinder fehlen Plätze, wo sie sich richtig austoben können, Abenteuerspielplätze, wo nicht alle darauf gucken, ob die etwas kaputt machen oder so" (A15).


2. Bewegung, Sport

  • Bolzplätze, damit Kinder Agressionen aus den Familienstreitigkeiten loswerden können -> z. B. Klosterstrasse beim Sumpfgebiet wäre Platz
  • Schwimmhalle, Schwimmbad
  • Sportangebote (mitmachen, zugucken) (wo man nicht erst Mitglied in einem Verein werden muß)
  • "Ein Fußballplatz fehlt" (B14)
  • "Ein richtiger Fußballplatz zum Austoben, wo sie jederzeit hingehen können und sich abreagieren"(A4)
  • "Deshalb ist geplant, die Schule nachmittags außerhalb des regulären Schulsports für Freizeitbeschäftigungen zugänglich zu machen" (A10)


3. Aktivitätsfördernde Angebote

  • "Was anbieten, was auch ohne Geldausgeben möglich ist (Drucken, mit Holz arbeiten). Wo man Eigeninitiative zeigen kann" (B5)
  • "Angebote, um hier zu kochen" (B7,15J.,w),
  • "Etwas anbieten, was Selbstvertrauen schafft und damit auch Aggressionen abbaut. Etwas Produktives machen, etwas, womit man auch Erfolgserlebnisse haben kann" (A1).
  • "Oder eben auch mehr von diesen Feriendörfern. Die Kinder müssen doch auch mal von der Straße und von diesem harten Milieu hier weg"(A25).


4. Spieliothek

  • "Wir wollten mal eine mobile Spieliothek aufbauen. Aber da sind uns ziemlich viel Steine in den Weg gelegt worden. Z. B. von der...in der Stadtbücherei, der die Idee von der fahrenden Spieliothk nicht paßte. Daran ist das ganze letztlich auch gescheitert...Die Leute, die zu uns kommen, würden sowieso nie einen Fuß in die Bücherei setzen."(A27).
  • "Aber wir könnten schon noch Fachkräfte gebrauchen, Erzieher gibt es doch viele. warum kann man bei uns denn nicht mal eine ABM-Stelle einrichten, das ist doch eine wichtige Aufgabe, die wir hier für die Kinder übernehmen. Unser Etat für neue Spiele ist auch viel zu gering, als daß wir uns ein rein pädagogisches Vorgehen leisten könnten"(A27).


5. Angebote für Erwachsene/Mütter

  • "Müttertreff: Wir hatten auch schon angefangen, da wurde dann auch über Erziehungsfragen gesprochen. Aber leider ist das wieder zusammengefallen. Die Kinder dieser Gruppe sind dann zur Schule gekommen und dann hat sich das verlaufen. Aber das werde ich vielleicht noch einmal aufziehen, das stelle ich mir nicht unwichtig vor, so eine Treffmöglichkeit. Vielleicht kann man schon mal so einen nachmittag einbauen, den die Mütter dann in eigener Regie gestalten können."(A27).
  • "Früher gab es in der Spieliothek auch was für Mütter mit Babies, das hat immer Spaß gemacht"(A28).
  • "Was ich auch doof finde, daß die Cafes alle an der Straße sind. Warum denn nicht mal hier irgendwo so mittendrin, wo nicht so viel Verkehr ist. Da würde ich hingehen, wenn die Kinder draußen spielen, daß ich auch mal schnell zwischendurch irgendwo hingehen und klönen kann und Kaffee trinken. Für Mütter wie mich gibt es in der Nachbarschaft auch keinen Kontaktpunkt. Was zum Klönschnack, das fehlt. Die meisten arbeiten tagsüber sowieso"(A25).
  • Café wo man tagsüber sitzen und klönen kann und man auch seine Kinder mitnehmen kann
  • Straßencafe:" Sowas hier wäre auch mal ganz nett"(A28).
  • Irgendwas, wo sich auch Frauen treffen, die auch in meiner Situation sind (Alleinerziehend), wo man sich nicht dafür schämen muß, wäre auch nett. Ein schönes Cafe, sowas gibt es hier auch nicht (A15).
  • ein nettes Straßencafé, ein kleiner Flecken mit ein paar Stühlen, wo's eben gerade mal Kaffee und Saft
    gibt
  • hier ist eine Einrichtung dringend nötig, wo man sich ausquatschen kann
  • Ein nettes Eiscafe, Musikcafe, wie das Flip in Kiel. Sowas fehlt hier echt."(B8).
  • Freizeitmöglichkeiten für junge Erwachsene: Diskotheken und Klönkneipen" (B1 , 19J.,ledige Mutter)
  • "Was ich mir wünschen würde, wäre ein nettes Cafe, wo nicht alle nur alleine an einem Tisch sitzen. Wo es normal ist, daß man jemanden anspricht, wenn man Lust hat, sich zu unterhalten. Hier irgendwo mittendrin so'ne Anlaufstelle, wo man tagsüber einfach mal Station machen kann, vielleicht auch mit den Kindern, ein paar Eltern trifft, schnackt, sich wiedererkennt anstatt das zu verleugnen. Nicht so'n Problem-Cafe, aber eins, wo Frauen, Mütter sich treffen und auch über Probleme und Erziehung und sowas sprechen können. In der Innenstadt die Cafes, das ist schon wieder was anderes, auch von der Atmosphäre und vom Publikum"(A22).
  • "Bei uns wäre so ein schmuckes Cafe, wo man nett draußen sitzen kann, auch gar nicht so
    schlecht"(A26).
  • In Kiel...war mal vor kurzem eine Veranstaltung von einem Verein für "Männer gegen Männergewalt", das finde ich echt toll. Die haben das zugegeben, daß sie ihre Frauen geschlagen haben. Aber die unternehmen jetzt wenigstens etwas gegen ihre Hilflosigkeit. Sowas müßte es hier auch geben"(A14).
  • Teestube für Deutsche und Ausländer
  • Mutter-Kind-Turnen
  • Flohmarkt in der Schule
  • Straßenfeste ohne Autos, wo sich auch die Nachbarn ein bißchen besser kennenlernen und sich näher kommen können (A15).
  • gemeinsames Feiern christlicher und islamischer Feste
  • Ausflüge für Mütter und Kinder
  • Feriendorf, da könnten ja auch ruhig ein paar Mütter mitmachen
  • Tiere sind gefühlsmäßig wichtig für Kind nach Scheidung (hat auch gefühlsmäßig einiges durchstehen
    müssen)
  • Früher haben wir an Sommerabenden auf dem Hof gesessen und geschnackt. Daß fehlt mir schon, daß gesungen und Mundharmonika gespielt wird. Die Höfe müßte man wieder zu Treffpunkten machen
    (A18).
  • "Wenn draußen mehr so Sommertreffs wären, wo man grillt und so, das wäre toll. Dafür würde ich meinetwegen auch was bezahlen"(A25).


6. Hilfe (auch finanziell) für Frauenprojekte

  • "Dabei muß denen doch klar sein, wie wichtig das ist auch im übergreifenden Sinne. Das wirkt sich ja auf die ganze Gegend hier aus, wenn die Kinder nicht mehr so aggressiv sind, die Mütter sich mit ihnen beschäftigen können und Möglichkeiten finden, mit ihrem Frust umzugehen usw."(A23).
  • Kinderkrippe
  • Frauentreff, wo man einfach hingehen kann, Kaffee trinken, schnacken und wieder gehen. Eben ein Treff, das man nicht nur aufsuchen darf, wenn man von vornherein das Ziel hat, über seine Probleme zu sprechen. Vielleicht würde das einiges entkrampfen und Kontakte unter den Müttern leichter
    fördern"(A23).
  • So reine Fraueneinrichtungen werden schlecht angenommen, da kommen viele nur einmal. Aber auch, weil ihnen der nächste Schritt in die Selbständigkeit zu groß ist, weil der mit Arbeit an der eigenen Person verbunden ist. Wenn die Frauen nicht schnell beginnen können, weil alles besetzt ist, dann geben sie wieder auf"(A23).


7. Sanierung/Abbruch/Mehr Grün

  • "Die ganze Gegend müßte aber grüner werden"(A21)
  • "Vielleicht mehr Blumen in den Straßen, daß das ein bißchen hübsch aussieht und nicht nur alles voller Autos steht" (A25)
  • "Auf jeden Fall Begrünung. Wir haben mal 1985 so eine Aktion gemacht von der Schule aus und sind damit an die Leute von der Stadt herangetreten. Foto: Aus der Luft sieht man es besonders gut. Überall Bäume und Rasen, nur bei uns kein grüner Tupfer. Dabei ist jeder Baum hier wichtiger als zehn im Stadtpark" (A20).
  • Die Häuser stehen hier oft sehr eng aneinander, dazwischen fehlen Freiflächen und Plätze für Kinder
    (A20).
  • Also, wo es sich lohnt, bin ich auf jeden Fall für Sanierung, aber bei den Häusern in diesem Gebiet gibt es schon viele, bei denen das viel zu spät ist (A20).
  • "Dafür sollte man ruhig einige Häuser auch abreißen. Die Neubauten sind heute ja auch schon wieder besser, nicht mehr so klotzig und steril. Aber leider auch nur schwer zu finanzieren"(A26).
  • "Die Wohnungen müßten teils sicherlich renoviert werden, das ist ja alles noch Altbausubstanz. Vielleicht haben die Kinder mehr Chancen, wenn die Atmosphäre schöner ist"(A30).
  • "Das ist ja gerade das Problem hier, daß Leute, die ein einigermaßen Einkommen haben, nicht hier herziehen oder planen, wegzuziehen. Eigentlich müßte man das alles mehr mischen, um diese Ghettobildung zu verhindern"(A26).
  • "Mit den Fassaden muß unbedingt was passieren. So der erste Eindruck kann einen doch ganz schön beeinflussen. Was natürlich ungünstig ist, daß hier so viele Privatvermieter sind...Die machen ja nichts, die müßte man wirklich mal mehr zur Verantwortung ziehen. Die müssen ja nicht hier in dem Dreck und Grau leben, in dieser Einöde"(A26).
  • "Und die meisten Häuser sehen schon von außen ziemlich häßlich aus. Das müßte man auch mal alles machen. Und natürlich die Häuser renovieren, das ist ja teilweise kein Zustand mehr"(A25)
  • Es müssen hier hauptsächlich Anreize geschaffen werden dafür, daß sozial höherstehende hierher ziehen in gut ausgestattete, teurere Stadtwohnungen. Die könnten dann ja auch eine Vorbildfunktion einnehmen"
    (A20)
  • Bewohner: Das müßte man mehr mischen. Die Kinder müssen ja auch was anderes kennenlernen (A21).
  • "Ob andere, wenn man so sagen darf Wohlhabendere, in die Straßen ziehen würden, sei mal dahingestellt. Andererseits wäre es sicher ganz gut, wenn dort eine stärkere Verteilung stattfinden
    würde"(A24).
  • Höfe:"Da könnte man doch wirklich eine Begrünung vornehmen, so eine richtige Öko-Nische"(A26).
  • "Was auch noch wichtig wäre sind Grünanlagen...irgendwo mittendrin ein kleiner Springbrunnen, Wasserspiele und solche Dinge. Das würde sicherlich schon viel ausmachen für die Stimmung und Atmosphäre hier. Außerdem sind Springbrunnen ja auch relativ belastbar und gegen Vandalismus relativ immun. Die Kinder würden sicherlich ein bißchen darin planschen, aber das würde mich nicht stören. Im Gegenteil, das fände ich sogar ganz nett"(A26).
  • Und die Verbindung zum Westen und Nordwesten müßte erleichtert werden (Parkhaus mit einer Brücke über die Bahn."(A20)
  • Auflage für Begrünung (A20)
  • Innenhofgestaltung, -zusammenlegung (A20)
  • "Aus dem Platz (Anscharstraße) könnte man echt was machen. Eine schöne große Sandkiste für die Kinder, ein bißchen Grün, eine Schaukel...Das wäre doch der ideale Platz dort, zentral gelegen. Da könnten sich alle treffen und kennenlernen"(A21)
  • Grünflächen (B1)
  • Parks(B1)
  • Parks, Grünanlagen (B2T)
  • Bänke (B3T)
  • Begrünung (B5)
  • "Ich würde einen tollen Park gut finden, der schön angelegt ist "(B8).
  • "Es muß eine Strukturierung von Wohn- und Freiflächen vorgenommen werden" (A10)
  • "Dann auch unbedingt Sanierungsarbeiten" (A10).


8. Verkehr

  • durchrasen unterbinden
  • in der Christianstr. müßte unbedingt noch eine Ampel aufgestellt werden
  • Christianstraße: "Es wäre schön, wenn dadurch weniger Autoabgase da wären und mehr Ruhe herrschen würde und nicht alle 5 Sekunden ein Auto längsfährt. Auch Kinder hätten dadurch Vorteile, daß es so weniger gefährlich wäre und weniger Unfälle passieren würden" (B8,15J.,w).
  • Verkehrsbruhigung (B11)
  • "Radwege auf jeden Fall"
  • Die Verkehrsbelästigung und die chaotische Verkehrsführung muß aufgehoben werden"(A10).
  • Tempo 30 (A11)
  • So wie in der Anscharstraße die Bäume, damit die Bekloppten hier nicht immer mit 60 durchrasen...Das reicht doch, wenn man da eine Spur für die Autos läßt. Die meisten fahren da sowieso nur hin, um zu parken, die Anwohner...So wie in der Juliusstraße, die ist doch ganz nett gemacht (A21).


9. Soziale Hilfe

  • es fehlt eine Sozialberatung
  • Statt des Frauenhauses, wo ständig Unruhe herrscht, müßten Familienhäuser eingerichtet werden. Da kann eine ganze Familie hinkommen und ihre Freizeit mit professioneller Anregung verbringen aber auch gezielt an familiären Problemen arbeiten"(A3).
  • "Frauenhaus: davon könnte man hier bestimmt mehr gebrauchen"(A5).
  • es müssen soziale Anlaufstellen eingerichtet werden
  • "Das Jugendamt und das Frauenhaus in der Christianstraße müßten personell besser ausgestattet werden. Das Frauenhaus ist als einzige Aufnahmestelle für Mütter mit Kindern zu eng. Teilweise 20 Kinder in einem Haus, vor dem die Väter stehen und schimpfen. Es gibt dort keine Rückzugsmöglichkeit.
  • In Kiel...war mal vor kurzem eine Veranstaltung von einem Verein für "Männer gegen Männergewalt", das finde ich echt toll. Die haben das zugegeben, daß sie ihre Frauen geschlagen haben. Aber die unternehmen jetzt wenigstens etwas gegen ihre Hilflosigkeit. Sowas müßte es hier auch geben"(A14).
  • Mehr Kindergärten müßte es geben. Es ist schwer, einen Platz zu bekommen (A15).


10. Kooperation

  • Schule und Kindergarten müßten enger zusammenarbeiten
  • Politiker und Eltern müssen stärker mit einbezogen werden,


11. Elternarbeit

  • die türkischen Eltern müßten besser deutsch lernen
  • Erziehungshinweise und Anregungen für gezielte Beschäftigung mit ihren Kindern
  • evtl. Elternförderverein
  • insgesamt muß mehr Elternarbeit stattfinden


12. Unterricht

  • musische Seite müßte mehr gefördert werden
  • "In der Schule sollten die türkischen Kinder mit den deutschen zusammengebracht werden. Zum Beispiel in einem Jugendzentrum auch" (B13).
  • Türkische Schüler werden in ihrer Sprache angelernt im Alphabet, beim Schreibenlernen (A10).


13. Verein Vicelin-Viertel

  • "Es fehlen gezielte Kontakte der Bevölkerungsgruppen untereinander; ausländische Eltern sind öffentlich kaum aktiv aufgrund von Sprachproblemen und weil sie politisch nicht aktiv sein "dürfen" (A10).
  • Verein "VV" bietet Artikulationsmöglichkeit auf neutralem, unpolitischem Boden (A10).
  • Der Verein arbeitet eng mit dem Türkischen Arbeiterverein zusammen. Da sind ganz normale Bürger drin (A10).
  • Hier werden die gemeinsamen Interessen von Bewohnern/Eltern hervorgehoben, so daß politische und kulturelle Unterschiede in den Hintergrund treten (A10)
  • "Für die Kinder will ja dieser Verein für das Vicelin-Viertel jetzt was machen. Ich habe das in der Zeitung gelesen. Das finde ich ganz gut. Leider hatte ich keine Zeit, da hinzugehen" (A6).


14. Freizeitzentrum

  • "Jugendzentrum, damit die Kinder von der Straße wegkommen. Ein anderes Jugendzentrum ist für die jüngeren Kinder zu weit weg" (B13).
  • "Irgendwas für Jugendliche. Ein Treffpunkt für Kinder" (B17).
  • "In unserem Stadtteil gibt es ja auch kein Kulturzentrum. Die anderen haben ja alle ihr Jugendfreizeitheim, nur dieser nicht" (A6). Obwohl ich das gerade hier wichtig finde. Hier sammeln sich Kinder aus Problemfamilien in Massen. Das kann man ja auch an der Schule ganz gut beobachten. Für die müßte unbedingt was getan werden. Das Haus der Jugend ist so weit weg, daß es wieder nur für die Großen nutzbar ist"(A6).
  • "In den anderen Stadtteilen existieren auch Jugendfreizeitheime" (A24).

Anhang B

Interviewleitfaden


1. Persönliche Daten:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Schul-, Berufsausbildung
  • Familienstand
  • Kinder: Anzahl, Alter, Beschulung
  • Geburtsort
  • Wohnadresse (seit wann)
  • Wie umschreiben oder benennen Sie die Gegend, in der Sie wohnen gegenüber einem Fremden?


 

2. Wohnsituation bzw. -qualität:

Fotoreihe I: Häuser

A: Über welche Hausbewohner würden sie gerne mehr wissen?
B: Was glauben Sie, wie fühlt sich jemand, der hier wohnt?

 

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  • Größe, Miete, Bewohneranzahl des Hauses, Zustand, Lärmbelästigung, Weg der Anmietung
  • Gründe für den Zuzug
  • Würden Sie gerne in einem anderen Stadtteil bzw. einer anderen Stadt wohnen? - Warum?
  • Was hindert Sie daran, den Wohnort zu wechseln? (finanzielle Situation?)
  • Was bedeutet Wohnen für Sie? (Funktionen?)
    (Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeit, Schutz, Identität
  • Können Sie in Ihrer Wohnung diese Bedürfnisse abdecken?
  • Fühlen Sie sich hier "zuhause"? (Vertrautheit, Identifikation?)
  • Was bietet Ihnen diese Gegend?
  • Was fehlt Ihnen hier?

 

 

 

 

 

Wie bewerten Sie die Wohnqualität in dieser Straßengegend insgesamt

  • Inwieweit trifft dies auf Sie persönlich zu?
  • Glauben Sie, daß andere die Vor- und Nachteile ebenso einschätzen?
  • Wodurch könnte Ihrer Meinung nach die Lebensqualität in diesem Wohngebiet gesteigert werden?
  • Warum ist dies bisher nicht unternommen worden?
  • Welche Konsequenzen hätte die Verwirklichung dieser Vorschläge für Sie/für andere? (Kinder...)


 

3. Arbeitssituation:

Haben Sie einen festen Arbeitsplatz?

  • Ausübung der Tätigkeit in diesem Viertel?/ausschließlich?
    (Einkommen?)
  • Welche Bedeutung hat es für die Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit, daß Sie in diesem Wohngebiet
    liegt?
  • Halten Sie sich auch außerhalb Ihrer Arbeitszeiten in diesem Gebiet auf?/Aus welchem Anlaß?/Warum
    nicht?


 

4. Merkmale des "Vicelin-Viertels":

Fotoreihe II: Höfe

Welches dieser Bilder zeigt etwas Typisches aus dieser Straßengegend? (Gegend um die Vicelinstraße?

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  • Was würde einem Spaziergänger aus einer anderen Stadt zuerst auffallen?
  • Weitere Merkmale/Bewertung
  • Wie wirken sie sich auf Ihr Wohngefühl bzw. Ihre Arbeit aus?
  • Wodurch hebt sich diese Straßengegend von den anderen ab?

 

 

 

5. Im "Vicelin-Viertel" wohnende bzw. arbeitende Bevölkerungsgruppen und deren Umgang:

Fotoreihe III: Bänke/Parkhaus

 

 Wo würden Sie warten, wenn Sie mit jemandem tagsüber/abends verabredet sind ?

 

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  • Gründe/Meiden bestimmter Gruppen?
  • Welche Gruppen von Menschen sind in diesem Viertel vertreten? (Alte Menschen, Kinder, Ausländer, Skinheads, Arbeitslose...?)
  • Was unterscheidet die Menschen, die "hier" leben?
  • Welche Gruppe ist am stärksten vertreten?/Mögliche Gründe?
  • Fühlen sie sich einem dieser Kreise besonders zugehörig?
  • Welche zusätzlichen Freizeitangebote wünschen Sie sich persönlich? - Für Ihre Kinder?
  • Gibt es Angebote, die sie nicht nutzen, obwohl Sie Lust dazu hätten? - Was hält Sie davon ab?

 

 


 

6. Wahrnehmen von Problemen im "Vicelin-Viertel"

Fotoreihe VI: Läden

Welcher Ladenbesitzer kommt wohl am besten zurecht?/Gründe?

 

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  • Welches sind die stärksten bzw. häufigsten Probleme in dieser Gegend?
  • Worin sehen Sie mögliche Ursachen hierfür?
  • Von welchen Problemen fühlen Sie sich persönlich (bzw. Ihre Kinder) am stärksten betroffen?
  • Bitte versuchen Sie, diese Problembereiche ihrer Wichtigkeit nach in eine Rangfolge zu bringen (allgemein und persönlich)
  • Lassen sich diese Zustände Ihrer Meinung nach verändern? Durch wen?
  • Welche Rolle spielt dabei die Polizei?
  • Welches, glauben Sie, sind die häufigsten Gründe für Polizeieinsätze in dieser Gegend?
  • Was wird zur Zeit getan, um Auseinandersetzungen zu vermeiden?
  • Halten dies für effektiv?/Gründe?
  • Welche zusätzlichen Maßnahmen zur Veränderung würden Sie sich wünschen?
  • Wie versuchen Sie persönlich in Ihrem Alltag mit diesen Problemen zurechtzukommen?
  • Welche Hindernisse stehen Ihnen dabei im Wege?
  • Welche öffentlichen Angebote zur Unterstützung bei der Alltagsbewältigung werden der Bevölkerung hier angeboten?
  • Inwieweit werden diese Ihrer Meinung nach genutzt? - Gründe?
  • Von wem werden sie bevorzugt genutzt?
  • Welche angebote haben Sie selbst schon einmal in Anspruch genommen?

 

Fotoreihe IV: Spuren

Was sind das für Menschen, die hier ihre Spuren hinterlassen haben?

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  • Welche Gründe könnte das haben?
  • Können Sie sich Umstände vorstellen, unter denen Sie oder Ihre Kinder sich ähnlich verhalten
    würden?/Welche?
  • Welchen Gruppen begegnen Sie am häufigsten?/freiwillig?
  • Aus welchem Anlaß?
  • Wie bewerten Sie den Umgang der verschiedenen Gruppen untereinander?
  • Gibt es Gruppen, deren Kontakt Sie bewußt meiden?
  • Gibt es Gruppen, zu denen Sie gerne intensiveren Kontakt hätten? - Was steht dem im Wege?


 

7. Freizeitbereich

Fotoreihe V: Freizeitangebote

A: Welches dieser Häuser würden Sie aufsuchen, wenn Sie Lust haben, nicht allein zu sein?
B: Wo würden Sie hingehen, wenn Sie von Ihrem Alltag abschalten wollen? - Wohin nicht?/Gründe?Wohnen oder arbeiten Ihre Freunde und Bekannten in diesem Viertel? (bzw. die Ihrer Kinder?)

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  • Wenn JA: Haben Sie diese hier kennengelernt? Wodurch? (Kollegen, Nachbarn..?)
  • Haben Sie/Ihre Kinder auch private Kontakte zu außerhalb des Viertels Wohnenden?
  • Welche Freizeitangebote gibt es in dieser Gegend für Erwachsene und Kinder? (Spielplätze,
    Sportanlagen..?)
  • Können diese von jedem genutzt werden? - Wenn NEIN: Von wem nicht? Warum nicht?
  • Welche dieser Möglichkeiten, glauben Sie, werden am stärksten genutzt? Von wem? Was macht diese so attraktiv?
  • Welche Angebote werden weniger in Anspruch genommen?
  • Welche Gründe könnte dies haben?
  • Mit welchen Erwartungen haben Sie den Kontakt aufgenommen?
  • Wurden diese Erwartungen erfüllt?


 
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